Folge 6: Führerscheine / Befähigungsnachweise

Befähigungsnachweise und Führerscheine für die Sportbootschifffahrt und Segeln. 

Für das Fahren von Motorboot und benötigt man einen Befähigungsnachweis. Für Segelboote auch - aber anders...

Ein Bekannter von mir fragte mich welcher denn der Segelschein ist. Er möchte nämlich gerne Segeln. Ich habe ihn dann gefragt, ob er ein wenig mehr Zeit hat. Dann würde ich ihm erklären, dass das gar nicht so einfach beantwortet werden kann. Grund genug einen Artikel zum Thema Befähigungsnachweise für Motor- und Segelboote für den "on a boat" Blog zu erstellen. 

Motorboot fahren oder segeln?

Das war die erste Frage die ich ihm gestellt habe.

Er: "Ich möchte Motor Boot fahren und segeln".

Ich: "Und wo möchtest Du das jeweils tun?"

Er: "Unterschiedlich, mal auf dem See, mal am Meer. Weiß nicht genau".

Ich: "Ok, dann pass mal auf, ich versuch Dir das mal zu erklären".

Welche Boote kann ich denn eigentlich ohne Führerschein fahren?

Die Führerscheine im Sportbootbereich sind mehr oder weniger eine formale Erlaubnis, um Motorboote mit einem Motor über einer bestimmten PS Grenze zu fahren. Konkret darf man erst mit den Sportbootführerscheinen Schiffe und Boote mit einer Motorleistung größer 15PS (oder 11,03KW) fahren. Das ist erst einmal alles. 

Sämtliche Boote mit einer Leistung unter 15PS können ohne Führerschein gefahren werden.

Dabei ist auf folgende Punkte zu achten:

  • Der Bootsführer muss mindestens 16 Jahre alt sein. Im Seebereich gibt es eine Ausnahme: Hier dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weiterhin Sportboote mit bis zu 5 PS Antriebsleistung (an der Welle) führen. Eine Altersuntergrenze gibt es nicht, die elterliche Aufsichtspflicht bleibt unberührt.
  • Die Führerscheinpflichtgrenze von 15 PS gilt nicht für den Rhein, die Landesgewässer und den Bodensee; hier bleibt es weiterhin bei 5 PS.
  • Zum Segelsurfen wird nun bundesweit kein Sportbootführerschein mehr benötigt.
  • Diese Regelungen gelten nur in Deutschland. Den genauen Wortlaut aller Änderungen findet man im Bundesgesetzblatt Nr. 47 Teil I S. 2102. 

Bei Booten mit einer Leistung über 15PS benötigt man einen Führerschein. In Deutschland gibt es als Basis drei gängige Führerscheine

  1. SBF See
  2. SBF Binnen
  3. Bodenseeschifferpatent

Weiter geht es danach mit dem Sportküstenschifferschein (SKS), Sportseeschifferschein (SSS) und Sporthochseeschifferschein (SHS) bis hin zum Kapitänspatent. Hier im Artikel erläutern wir den SBF See, den SBF Binnen, das Bodenseeschifferpatent A & D, sowie den SKS. Das sind die für Sie wichtigsten Befähigungsnachweise für Motor- und Segelschiffe. Auf den Pyroschein und die möglichen Funkscheine gehen wir hier im Artikel nicht ein. Dafür gibt es in Kürze eigene Artikel.

Offizielle Motorboot-Befähigungsnachweise gibt es, offizielle Segel-Befähigungsnachweise nicht.

Sehen wir einmal vom "Bodenseeschifferpatent D" ab (dazu kommen wir noch), gibt es keinen offiziellen Segelschein. Klingt komisch, ist aber so. Der typische Einstieg für das Bootfahren in Deutschland ist einer der so genannten Sportbootführerscheine. Hier hat man die Wahl zwischen dem SBF See (Sportbootführerschein für das Meer) und SBF Binnen für die Binnengewässer (Flüsse und Seen). Dabei lernt man das Segeln allerdings nicht. 

Prinzipiell kann man sich ein Segelboot kaufen und lossegeln. Wobei hiervon natürlich abzuraten ist - Segeln muss gelernt werden. Es ist dennoch formal gesehen durchaus erlaubt, ohne einen Führerschein ein Segelboot zu fahren. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, einen Befähigungsnachweis für das Segeln zu haben. Natürlich keine Regel ohne Ausnahmen:

  • Dabei muss aber der Motor eine Leistung weniger als 15PS haben.
  • Das Bodenseeschifferpatent D ist der einzige formale Segelschein und der gilt nur für den Bodensee für Segelboote mit einer Segelfläche > 12 Quadratmeter

Also noch einmal. Zum Segeln braucht man, vom Bodensee mal abgesehen, keinen offiziellen Führerschein. Es gibt auch gar keinen. Wo ist dann das Problem? Problem gibt es dabei nicht, allerdings einen einschränkenden Faktor: In der Praxis ist dieser einschränkende Faktor die Bootsversicherung. Würden Sie Ihr Segelschiff jemanden geben, der keine Ahnung vom Segeln hat? Ich würde es nicht tun. Genau wie die Versicherungen und Chartergesellschaften, die in der Regeln einen geeigneten Nachweis der Fähigkeiten voraussetzen.

Der Einstieg in die Schifffahrt einmal zusammengefasst:

  1. Motorboot fahren -> Einstieg durch den SBF See und den SBF Binnen, sowie das Bodenseeschifferpatent A (für den Bodensee).
  2. Segeln -> Formal gesehen kein Befähigungsnachweis. Ein selbst gekauftes Segelschiff wird Ihnen aber kein Versicherungsunternehmen ohne geeigneten Befähigungsnachweis versichern. Genau so wie Sie ohne Befähigungsnachweis auch kein Segelschiff chartern können.

Was ist denn nun der geeignete Nachweis für Segeln?

Was haben wir gelernt. Motorbootfahren mit SBF See und SBF Binnen, sowie Bodenseeschifferpatent A - alles kein Problem. Was mache ich aber, um Segeln zu können, mir mein Segelboot versichern lassen zu können oder mir ein Segelschiff chartern zu dürfen?

Schritt 1: Sie beginnen wie Motorbootfahrer mit dem einem SBF. Je nachdem ob Sie im Meer oder auf Seen segeln möchten, machen Sie entweder den SBF See (für das Meer) oder den SBF Binnen (für Seen und Flüsse). In der Praxis empfiehlt sich jedoch, beide kurz hintereinander zu machen. so gibt es für Sie keine Einschränkungen.

Schritt 2: Es gibt den so genannten Sportküsten-Schiffer-Schein (SKS). Bei diesem Führerschein wird Segeln aktiv gelernt. Dieser Führerschein ist für Versicherungen und für Vercharter der richtige Nachweis. Zudem ermöglicht die Ausbildung des SKS, das man auch die nötigen Grundkenntnisse des Segeln besitzt. Zur Ausbildung gehört ein Nachweis von 300 gefahrenen Seemeilen. Die Praxisausbildung des SKS besteht in der Regel aus einem einwöchiger Törn auf einem Segelschiff, auf dem Sie diese 300sm erreichen werden. Ein SKS setzt immer einen Sportbootführerschein (SBF) voraus.

Also: Zunächst den passenden SBF machen und dann den SKS und schon hat man die nötigen Befähigungsnachweise fürs Segeln. Ist doch eigentlich ganz einfach :-)

1. SBF See

Der Sportbootführerschein See ist der Schein, um auf dem Meer mit Booten über 15PS fahren zu dürfen. Der SBF See ist gültig im Bereich der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, also auf den Seeschifffahrtsstraßen - die 3 Seemeilen Zone und sämtliche Fahrwasser innerhalb der 12 Seemeilen Zone. Mehr Informationen zum SBF See finden Sie hier.

SBF See on a boat 

 

2. SBF Binnen

Der Sportbootführerschein Binnen ist der Schein, um auf dem Meer mit Booten über 15PS fahren zu dürfen. Der SBF See ist gültig Bereich der Binnenschifffahrtsstrassen-Ordnung. Mehr Informationen zum SBF See finden Sie hier.

SBF Binnen on  a boat

3. Bodenseeschifferpatent

Das Bodenseeschifferpatent ist wie der Name schon sagt die Fahrerlaubnis von Booten auf dem Bodensee. Aufgrund der Tatsache, dass der Bodensee ein Naturschutzgebiet ist und es zudem 3 Anrainerstaaten (Deutschland, Österreich, Schweiz) gibt, hat sich im Laufe der Zeit eine spezielle Fahrerlaubnis entwickelt. Das Bodenseeschifferpatent ist in vier Kategorien eingeteilt - A, B, C, D. Wobei für den Sportbootbereich die Kategorie A und die Kategorie D relevant sind.

  • Kategorie A: für Fahrzeuge mit Maschinenantrieb über 4,4 kW (6 PS), soweit sie nicht unter die Kategorien B und C fallen
  • Kategorie B: für Fahrgastschiffe
  • Kategorie C: für Güterschiffe sowie schwimmende Geräte mit eigenem Antrieb
  • Kategorie D: für Segelfahrzeuge mit einer Segelfläche über 12 m²

Mehr Informationen zum Bodenseeschifferpatent finden Sie hier

Bodenseeschifferpatent on a boat

SKS

Der Sportküstenschifferschein ist der Befähigungsnachweis, mit dem Sie einem Charterunternehmen oder einer Versicherung Ihre Segelkompetenz nachweisen. Mit dem SKS wird Ihnen eine Versicherung Ihre Segelyacht versichern. Charterunternehmen werden Ihnen nur mit einem vorliegenden SKS auch ein Segelschiff für Ihren Törn leihen.

Der SKS ist für sämtliche Küstengewässer, d.h.alle Meere bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste. Mehr Informationen zum SKS finden Sie hier.

SKS on a boat

Die perfekte Reihenfolge der Befähigungsnachweise

Soweit nun zur Theorie. Was müssen Sie nun konkret tun, um schnell alle nötigen Befähigungsnachweise für das motoren und segeln zu erhalten. Es gibt insbesondere bei den SBFs und dem Bodenseeschifferpatent A eine schöne Möglichkeit mit nur zwei theoretischen und einer praktischen Prüfung an alle drei Führerscheine zu kommen. 

1. Suchen Sie sich eine Sportbootschule in Ihrer Umgebung. Es hilft insbesondere am Anfang in die Theorie einzusteigen, wenn Sie die Unterstützung einer kompetenten Sportbootschule haben. Unterschätzen Sie die Wichtigkeit der Theorie beim Bootfahren nicht. Sie sollten verstehen was Sie auf dem Wasser tun, sonst kann das auch schnell gefährlich werden. Beherrschen Sie die Theorie, dann erleben Sie die schönste Zeit Ihres Lebens auf dem Wasser. Wir empfehlen für den süddeutschen Raum die Sportbootschule Augsburg.

2. Beginnen Sie mit dem SBF See. Haben Sie die Theorie des SBF See intus, fällt Ihnen alles andere wesentlich leichter. Beim SBF See gibt es eine theoretische und eine praktische Prüfung.

3. Haben Sie den SBF bestanden, machen Sie das Bodenseeschifferpatent A. Warum werden Sie fragen? Das Schöne daran ist, das Bodenseeschifferpatent A ist ein Binnenschein. Haben Sie das Bodenseeschifferpatent in der Tasche, können Sie es gegen eine geringe Gebühr in einen SBF Binnen umschreiben lassen. Sie haben dann drei Führerscheine mit nur zwei theoretischen Prüfungen und einer praktischen Prüfung. Tip: Bestellen Sie beim Bodenseeschifferpatent immer gleich eine beglaubigte Kopie mit. Diese benötigen Sie für das Umschreiben in den SBF Binnen.

4. Bodenseeschifferpatent bestanden? Glückwunsch, dann müssen Sie wie eben geschildert nur noch den SBF Binnen beim Motoryachtverband beantragen und Sie haben die wichtigsten Führerscheine für das Motorboot fahren.

5. Mit den SBFs sind nun alle Voraussetzungen geschaffen, um den SKS anzugehen.

Wie lange dauert das Ganze?

Wenn Sie alle Scheine möglichst schnell möchten, dann empfiehlt sich Anfang der Saison (ca. Februar) mit den SBFs und dem Bodenseeschifferpatent zu beginnen und im Herbst den SKS zu machen. Rechnen Sie für die Führerscheine folgende Zeiträume ein:

SBF See:  ca. 8 Wochen

Bodenseeschifferpatent: ca. 4-6 Wochen

SKS: ca. 8-10 Wochen


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